Apple vs. FBI

Bereits im Oktober des letzten Jahres hat die aktuell geführte Debatte um die richterlich angeordnete Entsperrung eines iPhones durch Apple seinen Ursprung. Apple soll dabei dem FBI den Zugriff auf Informationen die auf einem iPhone, welches bei den Terroranschlägen von San Bernardino sichergestellt wurde, unterstützen. Der Konzern ist der Anordnung auch insoweit nachgekommen, als das alle vorliegenden Daten über die Täter ausgehändigt wurden, inklusive den iCloud Backups des Gerätes.

Das FBI fordert nun aber auch Unterstützung bei dem Zugriff auf Informationen die auf dem gesperrten Gerät abgelegt sind. Apple soll dafür Schutzmechanismen, wie zum Beispiel dass löschen aller Daten auf dem Gerät bei zehnmaligen Falscheingabe des Passworts, deaktivieren. Gegen diese Art der Eingriffe in die Sicherheit des iPhones wehrt sich nun aber Apple.

Tim Cook führt in einem offenen Brief die Gründe auf die gegen eine Abschwächung oder Abschaltung von Sicherheitsfunktionen sprechen. Auch wenn dies, wie das FBI behauptet nur als einmalige Aktion zu verstehen ist. IT-Größen wie Facebook und Google springen Apple bei, und unterstützen die ablehnende Haltung gegenüber den amerikanischen Behörden.

Zumindest die Befürchtungen von Apple, mit dem San Bernardino iPhone einen Präzedenzfall zu schaffen, sind nicht all zuweit hergeholt. So berichtet das Wall Street Journal, dass bereits zwölf weitere iPhones auf die Entschlüsselung durch Apple warten.

Inwieweit es nur eine geschickte Marketingkampagne von Apple ist, den weißen Ritter zu verkörpern der plötzlich für den Schutz von persönlichen Informationen kämpft, sei dahingestellt. Immerhin sind mittlerweile auch amerikanische IT-Konzerne (dank Snowden) nicht mehr allumfänglich zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit, zumindest soweit es die Öffentlichkeit mitbekommt. Der Ausgang dieser Diskussion wird mit Spannung weiter verfolgt.

Update 04.03.2016

Mittlerweile hat sich auch das EFF in einem Brief an das zuständige Gericht geäußert und sich mit prominenten Unterzeichnern hinter Apple gestellt.

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